Die Geschichte unserer Feuerwehr

,,Wohltätig ist des Feuers Macht,
wenn sie der Mensch bezähmt, bewacht;
doch furchtbar wird die Himmelskraft,
wenn sie der Fessel sich entrafft ..."

1904

Der tiefernste Sinn dieses Dichterwortes durfte wohl Veranlassung gewesen sein, dass sich im Jahre 1904 weiterdenkende Männer auf Anregung des seinerzeitigen Bürgermeisters von Claer zusammenfanden, um auch in Menden eine Freiwillige Feuerwehr ins Leben zu rufen. Oberingenieur Max Briese zu Friedrich-Wilhelms-Hütte erklärte sich bereit, die Leitung der zu gründenden Wehr als Brandmeister zu übernehmen. Ein Appell an die gesamte männliche Bevölkerung Mendens hatte eine so große Anzahl Leute zur ersten Versammlung am 13. März 1904 gerufen, dass die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Menden erfolgte.
Es wurde ein Vorstand gewählt, der sich wie folgt zusammensetzte:

  • Max Briese, Brandmeister
  • Jakob Risch, Stellvertreter
  • Peter Lichius, Zeugwart
  • Peter Felsing, Spritzenführer
  • Peter Schenk, Steigerführer
  • Wilhelm Lichtenberg, Kassenwart
  • Heinrich Helikum, Schriftwart

Außer dem Vorstand zählte die Wehr 32 aktive Mitglieder. An Männern und deren gutem Willen fehlte es somit der neuen Wehr nicht. Doch schien sie vor kaum zu überwindenden Hindernissen zu stehen, was sogar ihren weiteren Bestand ernstlich in Frage stellte. Es mangelte an den notwendigen Mitteln zur Ausrüstung, wozu eine Summe von 3000,- DM benötigt wurde. Es fehlte vom Signalhorn bis zu einer leistungsfähigen Spritze, die aus der Tiefe des Brunnens das Wasser zu saugen hatte und zu der Spritze des Steigerturmes bringen sollte, alles. Die Brandmeldung sollte durch Glockengeläut erfolgen.

Bürgermeister von Claer erhielt auf seinen Antrag von der Provinzial-Feuerversicherungssocietät 400 DM und durch Vermittlung der Sieg-Rhein-Hütten Aktiengesellschaft spendeten die Vereinigten Versicherungsgesellschaften die Summe von 500 DM. Ein kleiner Anfang war gemacht. Zu der fehlenden Summe verpflichteten sich die drei Gemeinden Obermenden, Niedermenden und Meindorf bzw. die Bürgermeisterei. Für die Herstellung eines Steigerturmes stellte das Elektrizitätswerk Berggeist vier kräftige Masten zur Verfügung. Nach diesen günstigen Aussichten wurde frisch ans Werk gegangen und bald war die Ausrüstung der Wehrleute mit den nötigen Kleidern und Geräten vollzogen sowie eine neue Spritze beschafft.

Hier aber sei angemerkt, dass die Wehr vom Gründungstage an, obschon es an allem mangelte, mit den Übungen begann. Eine Spritze wurde auf der Straße aufgezeichnet und daran erfolgten die ersten Unterweisungen. Die nötigen Exerzier- und Alarmübungen wurden ebenfalls nicht versäumt. Es steigerte sich ganz erheblich die Begeisterung für die gute Sache, als die neue Spritze am 4. Dezember 1904 der Wehr feierlich übergeben werden konnte.